Zum Themenkreis Giesecke & Devrient und B. G. Teubner
Weiß, Jürgen: Giesecke
& Devrient und B. G. Teubner ...
Zum 150-jährigen
Firmenjubiläum von G&D übermittelt die seit
01. Juli 2000 im
Haus des Buches in Leipzig in Gründung befindliche Teubner-Stiftung
herzliche Glückwünsche.
Erstveröffentlichung online am
01.06.2002 unter www.stiftung-teubner-leipzig.de
Krämer, Heinrich:
Rede für Siegfried Otto bei der Trauerfeier am 27. August 1997
im Innenhof der Firma Giesecke & Devrient München ...
Erstveröffentlichung online am
27.08.2002 unter www.stiftung-teubner-leipzig.de
Krämer, Heinrich: Siegfried Otto - Gründer der Firma Giesecke & Devrient in
München.
Zu seinem fünften Todestag ...
Erstveröffentlichung online am
30.09.2002 unter www.stiftung-teubner-leipzig.de
Wertpapierdruckerei Leipzig / Giesecke
und Devrient. Leipzig, Nürnberger Straße / Johannisgasse 16 ...
Schmidt, Rudolf:
H. F. Giesecke und A. Devrient (1902) ...
Heichen, Walter:
Kommerzienrat Hermann Giesecke (1903) ...
Triepel, Charlotte:
Feier für Herrn Dr. Alfred Giesecke am 16. April 1943 (Auszüge) ...
Heisig,
Herbert:
Nachruf auf Dr. Alfred Giesecke, November 1945 ...
Erstveröffentlichung online am
01.07.2001 unter www.stiftung-teubner-leipzig.de
Siehe:
Dr.
Alfred Giesecke ...
Siehe: Siegfried
Otto ...
Siehe: Rubrik
"Teubnerianer": Buchstaben "G" und "O" ...
@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@
Siehe:
"Erstes
neues Haus am Augustusplatz ..."
Erstveröffentlichung online am
21.02.2002 unter www.stiftung-teubner-leipzig.de
Geithner, Willy (1957): Bericht über die Angriffsnacht am 4.12.1943 im Werk B.
G. Teubner, Leipzig C1, Poststr. 3/5 ...
Erstveröffentlichung online am
01.07.2001 unter www.stiftung-teubner-leipzig.de
B.
G. Teubner Verlagsgesellschaft Leipzig im Gebäude der Wertpapierdruckerei
Leipzig, Johannisgasse 16 ...
Giesecke und Devrient und die Gründung der
"Stiftung Benedictus Gotthelf Teubner Leipzig / Dresden / Berlin / Stuttgart"
am 21. Februar 2003 im Haus des Buches in Leipzig ...
@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@
"GIESECKE & DEVRIENT 1852-2002.
Werte im
Wandel der Zeit."
Herausgegeben zum Jubiläum des Unternehmens. München 2002.
Auszüge aus den
Abschnitten:
- Giesecke
& Devrient, ein Unternehmen in Familienbesitz
...
-
B.
G. Teubner GmbH, Stuttgart ...
@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@
Giesecke & Devrient und B. G.
Teubner:
Zum 150. Jahrestag der Firmengründung G&D
in Leipzig
Unter der Überschrift
"G&D und BGT" ließen sich Romane verfassen:
über Wertpapierproduktion und
Geldverkehr, über verwandtschaftliche und über geschäftliche Beziehungen im
früheren Leipziger
Buchhändlerviertel, über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nach
der Inflation 1923, nach dem zweiten Weltkrieg 1945, nach der Wiedervereinigung
1990 oder auch über die Firmengeschichte eines führenden deutschen
Wissenschaftsverlages: Das Spektrum klangvoller Namen aus Teubners
mathematisch-naturwissenschaftlichen Verlagskatalogen reicht von Abel und
Cantor über Einstein, Euler, Gauß, Klein, Planck bis zu Poincare, Riemann und
Weyl, nicht zu vergessen auch der Rechenmeister Adam Ries (ein Vorfahr der aus
Annaberg im Erzgebirge stammenden Familie Teubner). All das gehört zu der
unter http://www.stiftung-teubner-leipzig.de/
schrittweise entstehenden "Kulturgeschichte der Firma B. G. Teubner – online".
Und die Beziehungen Teubner / Giesecke /
Devrient sind der historisch gewachsene Kern dieses Themenkreises. Bei den
nächsten Erweiterungen des Internet-Portals der künftigen Teubner-Stiftung
folgen hierzu entsprechende Ausführungen (gegebenenfalls dann auch schon unter
Verwendung weiterer Firmenpublikationen bzw. Archivmaterialien).
Hermann
Giesecke und Alphonse Devrient gründeten das Unternehmen im Jahre 1852 in Leipzig, und
zwar als "Officin für Geld- und Werthpapiere". Bereits um 1856 druckte man erste
Banknoten für die Herzoglich-Altenburgische Regierung. Schon bald war G&D
nicht nur für ausgezeichnete Druckqualität bekannt, sondern ebenso für
innovative technische Entwicklungen. Neben Banknoten produzierte man Briefmarken
und Aktien für aller Herren Länder. Während der Inflation 1923 wurde der
"Giesecke-Tausender" in sehr großen Stückzahlen hergestellt und anschließend die
Rentenmark.
Weitere, ausführliche
Informationen (auch über die faszinierende Geschichte des Geldes) finden sich
unter: http://www.gdm.de/
Eine Parallele zu B. G. Teubner wird sofort deutlich: Auch die
Teubnersche Offizin war bekannt für den Einsatz modernster Drucktechnik. Das
reichte von den frühen Schnellpressen der Würzburger Firma Koenig & Bauer,
die Teubner erst die Übernahme so lukrativer Druckaufträge wie das "Börsenblatt
für den Deutschen Buchhandel" und die "Leipziger Zeitung" ermöglichten, bis hin
zur Schaffung all der technischen Voraussetzungen, die für Teubners 1840
erschienenen Prachtband "Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und
Ausbildung" notwendig waren. Diese vom Dresdner Oberbibliothekar Karl
Falkenstein verfasste, mehr als 400 Druckseiten umfassende großformatige Edition
brachte der Firma dann auch zahlreiche Ehrungen ein: u. a. von König Friedrich
August von Sachsen und von Friedrich Wilhelm IV.; vom englischen Königspaar, dem
ein Exemplar überreicht worden war, erhielt Teubner die goldene
Krönungsmedaille. Dieser Band zum Jubiläum 1840 erlebte übrigens im Jahre 1856
eine zweite, unveränderte Auflage. Er enthält eine "Sammlung in Holz und Metall
geschnittener Faksimiles der seltensten Holztafeldrucke, Nachbildungen von Typen
alter berühmter Offizinen und Proben von Kunstdrucken nach den neuesten
Erfindungen unserer Zeit". Vor allem besticht er mit Mustern des Teubnerschen
Gold-, Silber- und Congrevedrucks, mit Beispielen "des geographischen und
mathematischen Drucks", des Notendrucks, mit einem Reliefdruck für Blinde und
mit "Erzeugnissen der Teubnerschen Guillochirmaschine". Im 1839 eröffneten neuen Teubner-Geschäftshaus am Leipziger Augustusplatz befanden sich im Parterre
rechts vom Eingang Teubners Guillochir-Anstalt, nebst Guillochir-Magazin (zu den
Teubner-Neubauten im Leipziger Stadtzentrum vgl. auch die Erstveröffentlichung
online vom Februar 2002: "Erstes
neues Haus am Augustusplatz. Zum innerstädtischen Areal Augustusplatz /
Poststraße / Teubners Hof").
Mit Teubners Guillochir-Anstalt
schließt sich hier der Kreis: G&D hat dann die Guillochen, d. h. die zarten,
nach bestimmten geometrischen Gesetzen verschlungenen Schutzlinien, bis zur
Perfektion weiterentwickelt. Dieses traditionelle Sicherheitsmerkmal wird beim
Druck von Banknoten, Aktien und Wertpapieren verwendet, auch beim Euro.
Noch nicht
erwähnt wurden hier die engen verwandtschaftlichen und geschäftlichen
Beziehungen zwischen Giesecke, Devrient und Teubner in Leipzig: Giesecke &
Devrient (seinerzeit auch mit eigenem Verlag), Schelter & Giesecke (1819 in
Leipzig gegründete Schriftgießerei und Buchdruckmaschinenfabrik / in den
zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts etwa 1200 Beschäftigte), B. G. Teubner
(mit Niederlassungen in Leipzig, Dresden und Berlin).
Der Große Brockhaus
(Leipzig 1930) schreibt über G&D: "Graphisches Institut und
Verlagsbuchhandlung in Leipzig mit Zweigniederlassung in Berlin, gegr. 1852 von
Hermann Giesecke (1831-1900) und Alphonse Devrient (1821-1878), gegenwärtig im
Besitz von Raimund Giesecke, Ludwig Devrient und Arthur Giesecke-Schiller."
Dass Firmengründer Alphonse Devrient selbst ein "Teubnerianer" war, geht aus
seinem handschriftlichen Glückwunschschreiben vom 21. Februar 1861 hervor,
anlässlich des fünfzigsten Jahrestages der Firmengründung B. G. Teubner in
Leipzig: "Den vielen Verehrern Ihres Hauses mich um so eher anschließend, als
ich ja selbst in demselben einige Zeit verweilt habe, kann ich nicht
unterlassen, Ihnen zum heutigen Jubeltage meine besten Glückwünsche insbesondern
auszusprechen. Ich sage keinen herzlicheren Wunsch, als daß das Haus B. G.
Teubner immer seinen alten Ruhm bewahre, in allen Beziehungen gedeihe, Ihnen
Selbst es aber immer recht wohl ergehen möge ... Ihr freundschaftlichstergebener
Alphonse Devrient."
Nicht
unerwähnt bleiben soll die B. G. Teubner Grundbesitz-Gesellschaft Ackermann und
Giesecke. Doch damit wären wir schon fast bei den aktuellen Entwicklungen der
letzten Jahre, und das ist ein separates Thema.
Nach dem Firmengründer Benedictus
Gotthelf Teubner (1784-1856) war sein Urenkel Alfred
Giesecke (1868-1945) die wichtigste Persönlichkeit in der Geschichte des
Teubner-Verlages. Als Mitinhaber und Geschäftsführer bis zu seinem Tod betreute
er u. a. die philologischen, historischen, altertumswissenschaftlichen und
neusprachlichen Verlagsgebiete. Außerdem baute er den Teubnerschen
Schulbuchverlag zu einem der erfolgreichsten seiner Branche aus, und zugleich
war er seit 1931 Aufsichtsratsvorsitzender der Giesecke & Devrient AG,
Wertpapierdruckerei.
Ein heute fast
unbekanntes Zeitdokument ist der Artikel der langjährigen Teubner-Prokuristin
Charlotte Triepel
zum 16. April 1943, dem 75. Geburtstag von Alfred Giesecke (zugleich Jubiläum
seiner 50-jährigen Arbeit für den Teubner-Verlag). C. Triepel schreibt, dass "die vereinigten
Werkchöre der Betriebsgemeinschaften B. G. Teubner und Giesecke & Devrient"
die ersten Gratulanten waren, und sie würdigt auch ausdrücklich Alfred Gieseckes
Wirken für G&D: "Die letzte der Ansprachen von Herrn Ludwig Devrient in
Firma Giesecke & Devrient gewährte einen Einblick auch in ein anderes
Aufgabengebiet, dem sich Herr Dr. Giesecke aus der Tradition seines Elternhauses
her widmete. Trotz seiner unermüdlichen Arbeit für B. G. Teubner hat er es
ermöglicht, sich außerdem noch tätig für die Entwicklung auch des
Typographischen Institutes Giesecke & Devrient, dessen Teilhaber sein Vater
gewesen war, einzusetzen und neuen Ideen, die den Interessen des Unternehmens
dienten, zum Durchbruch verholfen. Er hat, nach dem frühen Ausfall einer
Generation ihrer Inhaber, weitschauend der jungen Generation den Weg gebahnt und
in entscheidender Stunde den Vorsitz im Aufsichtsrat der neu gegründeten
Aktiengesellschaft Giesecke & Devrient übernommen. So ist auch diese Firma,
'die der geliebten Schwarzen Kunst dient', dem Jubilar zu großem Danke
verpflichtet."
Im gleichen Jahr, im März 1943, heirateten der aus Halle
an der Saale stammende Siegfried
Otto (1914-1997) und Jutta
Devrient, Urururenkelin von B. G. Teubner, Tochter von Ludwig Devrient
(1894-1948 / gest. in sowjetischer Haft).
Am 4. Dezember des Jahres 1943
zerstörte ein Luftangriff große Teile des Leipziger Graphischen Viertels.
Betroffen waren auch G&D und B. G. Teubner; siehe hierzu den im vorigen Jahr
erstmals veröffentlichten erschütternden Bericht des früheren
Teubner-Hausingenieurs Willy Geithner: Bericht
über die Angriffsnacht am 4.12.1943 im Werk B. G. Teubner, Leipzig C1, Poststr.
3/5 (Erstveröffentlichung online unter: http://www.stiftung-teubner-leipzig.de/
).
Schließlich entstanden G&D in München und einige Jahre später B.
G. Teubner in Stuttgart. Heinrich
Krämer, über drei Jahrzehnte Teubner-Geschäftsführer, hatte die weitere
Entwicklung in seiner Vorrede zur ersten Lectio Teubneriana in der Leipziger
Alten Handelsbörse am 8. Mai 1992 in die Worte gefasst: "Seit 1969 ist Giesecke &
Devrient in München die Muttergesellschaft von B. G. Teubner in Stuttgart.
B. G. Teubner hat den Leipziger Verlag wiedererworben und die geistige und
wirtschaftliche Einheit der Gesamtfirma wiederhergestellt. Giesecke & Devrient hat ebenfalls im vergangenen
Jahr ihre alte Stammfirma in Leipzig wieder übernommen. Muttergesellschaft in
München und Tochtergesellschaft in Stuttgart mit Töchtern in Leipzig – so
schließt sich der Kreis der Firmengenealogie und öffnet sich zum Kreislauf
wirtschaftlicher Unternehmenspolitik."
Siegfried Otto starb am 17.
August 1997. Im G&D-Geschäftsbericht 1997 steht unter der Überschrift
"Siegfried Otto – sein Leben und sein Werk": "Siegfried Otto gelang es,
Synergien zu nutzen, eine sich ergänzende Produktpalette zu schaffen und dadurch
ein Unternehmen unabhängig von Konjunktureinflüssen zu machen."
Anfang Dezember
1998 wurde den Mitarbeitern von B. G. Teubner mitgeteilt, dass der Verlag
verkauft werden soll. Am 17. August 1999, auf den Tag genau zwei Jahre nach
Siegfried Ottos Tod, fand im Stuttgarter
Verlagsgebäude in der Industriestraße die letzte Belegschaftsversammlung
aller Stuttgarter und Leipziger Teubner-Mitarbeiter statt, auf der sich die
neuen Käufer vorstellten: der Bertelsmann-Konzern, speziell die GWV-Fachverlage
in Wiesbaden.
B. G. Teubner in Stuttgart wurde Ende März / Mitte April 2000
geschlossen. Am 30. Juni 2000 ist das letzte Teubner-Büro im traditionsreichen
Gebäude der Leipziger Wertpapierdruckerei (Nürnberger Straße / Johannisgasse
16) geschlossen worden.
Der "Verlag B.
G. Teubner Stuttgart / Leipzig / Wiesbaden" hat seinen Sitz in
Wiesbaden.
Zum 150-jährigen Firmenjubiläum von G&D übermittelt die seit
01. Juli 2000 im
Haus
des Buches in Leipzig in Gründung befindliche
Teubner-Stiftung herzliche
Glückwünsche.
Leipzig, 01.
Juni 2002
Stiftung Benedictus Gotthelf
Teubner (i. G.)
Haus des Buches
Gerichtsweg 28
04103
Leipzig
@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@
Auszüge
aus:
"GIESECKE & DEVRIENT 1852-2002. Werte im Wandel der Zeit."
Herausgegeben zum Jubiläum des
Unternehmens. München 2002.
S. 50-51 (Auszüge):
Giesecke & Devrient, ein
Unternehmen in Familienbesitz
"... Den Firmengründern Hermann
Giesecke und Alphonse Devrient trat etwa fünfzehn Jahre nach der
Firmengründung, im Jahre 1866, der jüngere Bruder Hermann Gieseckes, Dr. Bruno
Giesecke, als Mitgesellschafter des Unternehmens bei. Da er seinen angestammten
Beruf als Chemiker aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben konnte, war er
zunächst in der Landwirtschaft tätig. Seine Freundschaft zur Tochter des Adolf
Rossbach-Teubner, Leontine Rossbach – Enkelin von Benedictus
Teubner, dem Gründer der Druckerei und Verlagsfirma B. G. Teubner (1811) –,
die er im April 1867 heiratete, bewog ihn dazu, in die Firma einzutreten ...
Alphonse Devrients Ehe mit Maria Langbein war kinderlos geblieben, und
Devrient hatte daher bestimmt, daß ihm sein gleichnamiger Neffe, der Sohn seines
Bruders August und dessen Ehefrau Maria Pilau, folgen solle. 1861 in Wien
geboren, wuchs Alphonse Devrient jr. in Magdeburg und Leipzig auf und begann im
Jahre 1879, ein Jahr nach dem Tod seines Onkels, eine Lehre bei Giesecke &
Devrient.
Als Raimund Giesecke, der Sohn des Firmengründers, im Jahre 1888
aus gesundheitlichen Gründen die Firma verließ, übernahm Alphonse Devrient jr.
seine Aufgaben, insbesondere die Lithographie- und Steindruck-Abteilung. Direkt
nach seinem Eintritt war er für einige Jahre nach Berlin gewechselt, um dort die
neugegründete Filiale des Hauses aufzubauen.
Die Beziehungen zwischen den
Familien Giesecke und Devrient wurden durch die Ehe, die Alphonse Devrient jr.
mit Charlotte, der ältesten Tochter Dr. Bruno Gieseckes, im Jahre 1891 schloß,
noch enger."
S. 154-156 (Auszüge):
B. G. Teubner GmbH, Stuttgart
"In die Periode der Jahre um 1970 fällt auch der Erwerb eines
Unternehmens, dessen geschäftliche Aktivitäten andere waren als die von Giesecke
& Devrient in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nämlich die eines
Verlages.
Im Jahre 1969 erwarb Giesecke & Devrient
einen traditionsreichen wissenschaftlichen Verlag, den Verlag B. G. Teubner.
Spielten bei den anderen Erwerbungen unternehmenspolitische Gründe eine Rolle,
so war Siegfried Ottos Absicht hier, dem
traditionell eng mit dem Hause Giesecke & Devrient verbundenen Verlag
zu helfen und ihm nach dem Tode des Mitinhabers Martin Giesecke die
wirtschaftliche Weiterentwicklung zu ermöglichen ...
Siegfried
Otto übernahm, getreu dem Martin
Giesecke gegebenen Versprechen, im Juli 1969 die in wirtschaftliche
Not geratene Verlagsfirma durch Kauf aller Gesellschaftsanteile der
Inhaberfamilien. Die alleinige Geschäftsführung der Verlagsfirma, die zum
Jahresende 1969 in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt wurde, übertrug
Siegfried Otto im Juli 1969 dem Verlagsbuchhändler Dr. h. c.
Heinrich Krämer. Der Eigentumsübergang von B. G. Teubner an Giesecke &
Devrient bezeichnete für die Verlagsfirma einen Neubeginn. Nach raschem
Ausgleich der in den Vorjahren entstandenen Verluste wurde die Wettbewerbs- und
Ertragsfähigkeit der Firma wiederhergestellt. In den folgenden drei Jahrzehnten,
die eine Blütezeit in der Geschichte der Firma
markieren, errang der Verlag wieder eine führende Stellung im wissenschaftlichen
Verlagsbuchhandel auf seinen angestammten und neubegründeten
Hauptarbeitsgebieten: Mathematik,
Informatik (seit 1970); Naturwissenschaften mit Physik, Chemie, Biologie,
Geographie; Ingenieurwissenschaften mit Bauwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik /
Nachrichtentechnik; Altertumswissenschaft. Die Führungsstellung des Verlags fand
auch ihren Ausdruck
in der
internationalen
Zusammenarbeit mit dem angloamerikanischen Verlag John Wiley &
Sons.
Auf dem ältesten Stammgebiet, der Altertumswissenschaft (seit 1824),
entwickelte sich B. G. Teubner seit 1969 wieder zum international bedeutenden
Verlag. Die wirtschaftlich wichtigste Beteiligung hielt B. G. Teubner seit 1938
an dem führenden österreichischen Schulbuchverlag Hölder-Pichler-Tempsky KG,
Wien, die auch zu enger verlegerischer Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen
führte ...
Die Wiedervereinigung schuf auch für B. G. Teubner die
Voraussetzungen, um die 1947 durch Lizenz der sowjetischen Besatzungsbehörde
gegründete, 1952 konfiszierte und bis 1990 staatlich regierte B. G. Teubner
Verlagsgesellschaft KG, Leipzig, die den rechtmäßigen Inhabern vier Jahrzehnte
lang entzogen war, wieder einzugliedern. Die von B. G. Teubner im Februar 1991
gegründete Tochtergesellschaft B. G. Teubner Verlagsgesellschaft mbH erwarb
durch Kaufvertrag mit der Treuhandanstalt Berlin vom 16. April 1991 die Aktiva
der B. G. Teubner Verlagsgesellschaft KG, Leipzig. Die Muttergesellschaft in
Stuttgart entwickelte ihre Tochtergesellschaft, deren Sitz im Mai 1991 nach
Leipzig verlegt worden war, um einen verlegerischen Neuaufbau der Firma am
Gründungsort der Firma zu ermöglichen, in wenigen Jahren zu einem
ertragsfähigen, erfolgreichen Unternehmen. Gleichzeitig unterstützte B. G. Teubner die Muttergesellschaft
Giesecke & Devrient namentlich bei der Restitution des in Leipzig gelegenen
Teubnerschen Grundvermögens. Diese konnte 1999 durch Erlöse erheblichen Umfangs, von denen 50 Prozent gemäß
dem Vertrag von 1969 an die Alteigentümer flossen, abgeschlossen
werden."
(Quelle:
Giesecke & Devrient
1852-2002. Werte im Wandel der
Zeit.
Herausgegeben zum Jubiläum des Unternehmens. München 2002,
Auszüge S. 50-51, S. 154-156.
Dank für die
Übermittlung dieses Textes gilt Herrn Michael
Giesecke in Dossenheim.)
@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@
Seite
aktualisiert / erweitert:
09.03.2003.
27.08.2002.
Seite eröffnet: Leipzig,
01.06.2002.
©
Stiftung Benedictus Gotthelf Teubner Leipzig / Dresden / Berlin / Stuttgart 2003.
Haus des Buches.
Gerichtsweg 28. D-04103 Leipzig.
Die Teubner-Stiftung wirkt gemeinnützig. Sie fördert Wissenschaft und Forschung
im Sinne von B. G. Teubner.
Kto: 1001072. BLZ: 8604000. Commerzbank Leipzig.
Hinweis: Die
Einfügung von Hyperlinks ist als Zugangsvermittlung zu betrachten;
es wird
dabei keine Verantwortung für Inhalte übernommen.
V.i.S.d.M.: Jürgen Weiß.
Haus des Buches.
Gerichtsweg 28. D-04103 Leipzig. weiss@stiftung-teubner-leipzig.de
@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@@
![]()
|
B. G. Teubner |
Leipzig |
Dresden |
Berlin |
Stuttgart |
Fa. BGT |
Mathematik
|
Informatik |
Naturwiss. |
Geisteswiss. |
Teubnerianer |
Buchtipps
|
|
Webtipps |
Kultur / Kunst |
Wirtschaft |
In English |
Sitemap |
Institutionen |
Erstveröffentlichung
online |
Autorenmeinung online |
FAQ |
|
BGT-Autoren / -Hrsg. |
BGT-Bücher |
Aus BGT-Büchern |
Hall of Fame |
Aktuelles / Überraschungen |
Suche |
Impressum |
Giesecke & Devrient |